Die Rolle von Melatonin beim Schlaf

Circadin.com 13. März 2016

Insomnie ist die häufigste Schlafstörung und betrifft 30-45 % der Erwachsenen. 1,5 mal mehr Frauen als Männer sind davon betroffen1.

Insomnie-Patienten klagen über unzureichenden Schlaf aufgrund von Schwierigkeiten beim Einschlafen, häufiges Aufwachen während der Nacht, frühes Aufwachen am Morgen oder fehlende Erholung durch Schlaf oder schlechte Schlafqualität. Alle diese Phänomene stehen mit Befindungsstörungen während des Tages oder einer mangelhaften Tagesfunktionalität in Verbindung2.

Klinische Daten belegen, dass eine mangelhafte Schlafqualität in höherem Maß negative Auswirkungen auf Gesundheit, Wohlergehen und Lebenszufriedenheit hat als die Schlafquantität1.

Schätzungen zufolge sind von der primären Insomnie (definiert als Insomnie ohne zugrundeliegende Ursachen) 1-10 % der Bevölkerung betroffen, wobei der Anteil bei älteren Menschen auf 25 %1 steigt.

Schlüsselfaktoren für die Definition der primären Insomnie umfassen Probleme beim Ein- oder Durchschlafen und/oder nicht erholsamen Schlaf (unzureichende Schlafqualität) sowie negative Auswirkungen auf die Tagesfunktionalität als Ergebnis der mangelhaften Schlafqualität3.

Es ist wenig überraschend, dass die Unterbrechung normaler Schlafmuster Einfluss auf das Leben der Patienten hat. Insomnie hat eine statistisch signifikante negative Auswirkung auf die Tagesfunktionalität, Wachheit und Reaktionsfähigkeit sowie die Lebensqualität4.

Studien belegen, dass Insomnie-Patienten beeinträchtigte kognitive Funktionen mit verlangsamter Reaktionszeit, geringere Ausgeglichenheit und schwächere Gedächtnisleistungen im Vergleich zur Kontrollgruppe aufwiesen5 6. Diese Probleme sind die Hauptanliegen älterer Menschen, die bereits einen gewissen Abfall der kognitiven Funktion aufgrund des Alterungsprozesses feststellen7.

Melatonin – Ein Signal für Dunkelheit und ein Marker für den zirkadianen Rhythmus
Melatonin ist ein natürlich vorkommendes Hormon, das verantwortlich für den Schlaf und den Schlaf-Wach-Rhythmus bei Menschen und Tieren ist8. Im Körper wird Melatonin in der Zirbeldrüse im Gehirn produziert, wenn es Nacht wird. Die Retina nimmt Lichtmangel wahr und der Melatoninspiegel steigt schrittweise an. Unter normalen Umständen ist der Höhepunkt in der Mitte der Nacht erreicht9.

Unser zirkadianer Rhythmus (oder „innere Uhr“) wird durch Melatonin beeinflusst, das als Zeitgeber fungiert und den Schlaf anstößt. Melatonin ist auch ein wichtiger physiologischer Regulator des Schlaf-Wach-Zyklus8.

Melatonin ist kein Sedativum, sondern ein Hinweis auf Dunkelheit oder Nacht und ein Zeitgeber für nächtliches Verhalten. Am Morgen, wenn der Melatoninspiegel abnimmt, endet der Schlaf und die Wachheit beginnt8.

Bei Menschen führt Melatonin zu Wärmeabgabe, es senkt den Erregbarkeitslevel und die damit verbundene Gehirnaktivität und verlangsamt in der Vorbereitung auf den Schlaf die Produktion von Cortisol, das Blutdruck und Blutzucker erhöht1.

Der Anstieg von Schlafstörungen in Verbindung mit dem Alter geht mit dem alterungsbedingten Absenken des Melatoninspiegels einher12.

Abb. 1

Über Circadin®

Circadin® ist das erste Arzneimittel aus der Klasse der Retard-Melatonin-Formulierungen, das Melatonin freisetzt und das physiologische Muster der Melatoninausschüttung imitiert.

Wirkungsweise

Aufgrund der neuen Formulierung setzt Circadin® Melatonin schrittweise über einen Zeitraum von 8-10 Stunden frei und imitiert dabei die natürliche Melatoninausschüttung des Körpers, was zu einer Rücksetzung zum natürlichen zirkadianen Rhythmus und zum Anstoß eines natürlichen, erholsamen Schlafes führt13.

Circadin® erhält erwiesenermaßen die natürliche Schlafarchitektur. In Abb. 2 zeigt die dunkle Linie (Baseline) den natürlichen Tiefschlaf, der durch Circadin®, anders als bei dem Hypnotikum Zolpidem, aufrechterhalten wird13.

Circadin® unterscheidet sich von üblichen Melatoninzubereitungen und ist das erste rezeptpflichtige Melatonin enthaltende Arzneimittel, das in der EU zugelassen ist. Es ist auch das erste in der EU genehmigte Arzneimittel, das auf Melatoninrezeptoren wirkt. Ohne die Retard-Matrixfomulierung würden die Melatoninspiegel viel höhere Spitzen erreichen als nötig und diese würden dann aufgrund der kurzen Halbwertszeit von Melatonin (40-50 Minuten) rasch fallen. Dies würde zu hohe Melatoninspiegel zu Beginn der Nacht bewirken und keine ausreichenden Melatoninspiegel während der Schlafperiode bereitstellen; damit würde das natürliche Schlafprofil nicht imitiert und der natürliche Rhythmus nicht wiederhergestellt werden13.

Abb. 3 vergleicht die Melatoninkonzentrationen im Blutplasma über die dargestellte Zeitdauer zwischen Circadin® und Melatonin mit sofortiger Freisetzung.

Circadin® verkürzt die Schlaflatenz (Einschlafzeit), und was noch wichtiger ist, Circadin® verbessert die Schlafqualität (siehe Abb. 4) und die morgendliche Wachheit (das Verhalten nach dem Erwachen) signifikant. Dies sind die Voraussetzungen für eine normale Leistung und Produktivität während des Tages, was zu einer besseren Lebensqualität führt14 15.

Diese Merkmale unterscheiden Circadin® von anderen handelsüblichen Behandlungen. Circadin® ist das erste Schlafmittel, das Verbesserungen der Lebensqualität mit sich bringt14 15.

Sicherheit und Verträglichkeit

Anders als andere Schlafmedikamente beeinträchtigt Circadin® das Gedächtnis, die Vigilanz während des Tages oder die Fahrtüchtigkeit nicht. Da Circadin® über den natürlichen Schlafverlauf wirkt, kommt es weder zu Rebound noch zu Entzugserscheinungen – das Nebenwirkungsprofil ist günstig  und es gibt keinen Hinweis auf Abhängigkeit15.

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    • Dr. Zach Pearl

      Circadin.com-Mitarbeiter

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