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Bluthochdruck und Schlaf

Von Zach Pearl, PhD
Circadin.com-Mitarbeiter

 

Bluthochdruck ist eine große Epidemie, die sich mit steigender Prävalenz auf die Gesundheit der Weltbevölkerung auswirkt. Insgesamt sind jährlich fast sieben Millionen Todesfälle auf Bluthochdruck (BHD) zurückzuführen. Bluthochdruck hat sich als Risikofaktor für die ischämische Herzkrankheit, Schlaganfälle sowie Herz- und Nierenversagen herausgestellt 1 . In den letzten Jahren wurde herausgefunden, dass eine kurze Schlafdauer und eine schlechte Schlafqualität das Risiko, hohen Blutdruck zu entwickeln, deutlich erhöhen, was wiederum die damit verbundenen Risiken erhöht.

Blutdruck und die biologische Uhr

Blutdruck und Schlaf sowie sonstige physiologische Körperfunktionen wie Aufmerksamkeit, Hormonspiegel, Körpertemperatur usw. haben einen 24-Stunden-Zyklus (die biologische Uhr des Körpers). Diese Uhr wird durch verschiedene Umweltsignale gesteuert; am wichtigsten sind hierbei der Hell-Dunkel-Zyklus und Melatonin, das „Schlafhormon“, das für die Schlafregulierung und die innere Uhr verantwortlich ist. Normaler Blutdruck (BD) variiert im Laufe von 24 Stunden, wobei der Druck am Tag höher ist als in der Nacht. Bei gesunden Menschen sollte der Blutdruck normalerweise (im Vergleich zum Ausgangswert am Tag) relativ um etwa 10 % sinken, vor allem in der zweiten Nachthälfte. Dieses Muster wird als „Dipping“ bezeichnet. Personen, die in der Nacht im Vergleich zum BD am Tag keinen um mindestens 10 % niedrigeren BD aufweisen, werden „Non-Dipper“ genannt 2 . Hinweise deuten darauf hin, dass Personen mit dem Muster „Non-Dipping“ ein höheres Risiko von kardiovaskulärer Morbidität und Mortalität aufweisen als Personen mit dem Muster „Dipping“.

Schlaf und Blutdruckregulierung

Studien zeigen, dass suboptimaler Schlaf (Dauer und Qualität) mit einem höheren BD verbunden ist. Patienten mit Bluthochdruck leiden zwei- bis dreimal so häufig unter Schlaflosigkeit als Patienten mit normalem Blutdruck (und umgekehrt) 3 . Es wurde herausgefunden, dass Personen des Musters „Non-Dipping“ weniger Tiefschlaf (weniger qualitativen Schlaf) sowie mehr Leichtschlaf aufweisen und prozentual häufiger nachts aufwachen 2 . Es wurde beobachtet, dass Schlafentzug mit deutlichen Anstiegen des BD zusammenhängt, während eine Optimierung der Schlafdauer und Schlafqualität im Hinblick auf eine Verringerung der BD-Niveaus am Tag und in der Nacht hilfreich sein kann 4 .

Melatonin und Blutdruckregulierung

Es wurde herausgefunden, dass Melatonin bei der Blutdruckregulierung eine wichtige Rolle spielt. Forscher zeigten, dass eine Entfernung der Zirbeldrüse (wo Melatonin hergestellt wird) oder kontinuierliche Lichtexposition zu einem Mangel an Melatonin und hohem Blutdruck (Bluthochdruck) führten 5 . Außerdem wurde herausgefunden, dass „Non-Dipper“ dazu neigen, weniger Melatonin zu produzieren. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass Betablocker (ein gängiges blutdrucksenkendes Medikament) die Ausschüttung von Melatonin verringern, was wiederum zu Schlaflosigkeit führt 6 . Hinzu kommt, dass die Behandlung mit blutdrucksenkenden Medikamenten den Blutdruck am Tag zwar normalerweise verringert, das Phänomen des nächtlichen „Non-Dippings“ jedoch nicht komplett beseitigt. Dies weist darauf hin, dass Medikamente gegen Bluthochdruck den zirkadianen Rhythmus (die biologische Uhr des Körpers) des Blutdrucks nicht ordnungsgemäß wiederherstellen; demzufolge bleibt das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse bei diesen Personen hoch 7 . Studien zeigen, dass die wiederholte Einnahme von Melatonin (vor allem Melatonin mit verlängerter Freisetzung) nicht nur die Schlafqualität von Patienten verbessert, die einen hohem Blutdruck aufweisen und mit Betablockern behandelt werden6, sondern darüber hinaus auch den nächtlichen Blutdruck senkt 1 8 . Daher kann eine Behandlung mit Melatonin gleichzeitig sowohl Schlaflosigkeit und hohen Blutdruck bewältigen als auch bei der Regulierung des Blutdruck-Rhythmus sowie der Verringerung des Risikos von kardiovaskulärer Mortalität und Morbidität bei Patienten mit Bluthochdruck und Schlaflosigkeit hilfreich sein.

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    • Dr. Zach Pearl

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