Neuigkeiten & Meinungen

Schnarchen ist mehr als nervig

Von Zach Pearl, PhD
Circadin.com-Mitarbeiter

 

Schnarchen ist ein weit verbreitetes Problem, das sämtliche Altersgruppen und beide Geschlechter betrifft. Laut Schätzungen schnarchen etwa 45 % der Männer und 30 % der Frauen (Personen über 65 Jahre), wobei sich das Problem je nach Gewicht und Alter verschlimmert. Schnarchen kann Nacht für Nacht oder eher wechselweise auftreten. Gelegentliches Schnarchen ist in der Regel kein schwerwiegendes Problem, ständiges Schnarchen hingegen eine ernsthafte Angelegenheit, die gesundheitliche Beeinträchtigungen nach sich ziehen kann und entsprechend behandelt werden sollte.

Ursachen des Schnarchens

Es gibt mehrere Faktoren, die Schnarchen auslösen können:

  • Alter: Schnarchen wird in der Regel mit zunehmendem Alter bedenklicher, da der normale Alterungsprozess zu einer Entspannung der Halsmuskulatur führt.
  • Gewicht: Übergewichtige Menschen haben mit höherer Wahrscheinlichkeit eine übermäßige Anhäufung von Fettgewebe in ihrer Kehle sowie einen schlechteren Muskeltonus. Dies führt zu Bewegungseinschränkungen der Halsmuskeln1 2
  • Alkoholkonsum und Rauchen: Alkohol stört die Atmung schlafender Personen, indem er die Muskeln des Halses entspannt und das Atemzentrum des Gehirns beeinträchtigt3. Selbst Menschen, die sonst nicht schnarchen, werden nach abendlichem Alkoholkonsum schnarchen. Rauchen reizt und entzündet die oberen Atemwege, wodurch Schnarchen wahrscheinlicher auftritt4. Darüber hinaus führt Rauchen zu einer Reizung der Nasenwege und der Halsmuskulatur, die Folgen sind Entzündungen dieser Bereiche und eine weitere Beeinträchtigung des Luftstroms.
  • Nasen- und Nebenhöhlenerkrankungen: Manche Menschen schnarchen nur während der Allergiezeit oder bei Vorliegen einer Sinus-Infektion. Blockierte Atemwege oder eine verstopfte Nase erschweren das Einatmen und bilden in der Kehle ein Vakuum, das schließlich zum Schnarchen führt.
  • Schlafposition: Wer auf dem Rücken schläft, schnarcht mit höherer Wahrscheinlichkeit als andere. Das Gewebe an der Rückseite des Halses kann zurückfallen und während dem Schnarchen zu einer teilweisen oder vollständigen Blockierung der Atemwege führen5. Personen, die das Schnarchen vermeiden wollen, wird empfohlen, die Schlafhaltung zu ändern und stattdessen auf der Seite zu schlafen.

Symptome des Schnarchens

  • Von Lärm begleiteter Schlaf
  • Kopfschmerzen am Morgen
  • Morgendliches Erwachen ohne das Gefühl, ausgeruht zu sein
  • Übermäßige Müdigkeit am Tag
  • Halsschmerzen
  • Bluthochdruck
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Schwierigkeiten, sich zu erinnern; verringerte Aufmerksamkeit
  • Atempausen im Schlaf

Gesundheitliche Risiken, die mit dem Schnarchen verbunden sind

  • Obstruktive Schlafapnoe: Häufiges Schnarchen kann sowohl bei Frauen als auch bei Männern auf eine obstruktiven Schlafapnoe (OSA) hinweisen. Die Kennzeichen von OSA sind mehrere Phasen mit jeweils mehr als zehn Sekunden anhaltenden Atempausen, die auf eine Verengung bzw. einen Ausfall der oberen Atemwege zurückzuführen sind. Dies führt zu niedrigeren Sauerstoffmengen im Blut, was wiederum dazu führt, dass das Herz schneller arbeitet. Außerdem wird der natürliche Schlafzyklus gestört, was dazu führt, dass die betroffene Person das Gefühl hat, ungenügend ausgeruht zu sein, obgleich sie zuvor lange genug im Bett gelegen hat6
  • Diabetes: Schnarchen oder Schlafapnoe können das Risiko von Diabetes erhöhen. Eine durch Schnarchen oder Schlafapnoe verursachte Blockierung der oberen Atemwege kann zu einer sogenannten Sauerstoff-Desaturierung führen, die den Cortisolspiegel anhebt und dadurch die Insulinresistenz erhöht, welche wiederum Diabetes verursachen könnte7
  • Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Bei Männern über 50 geht anhaltendes Schnarchen mit dem Risiko einher, unter Bluthochdruck zu leiden8. Es besteht auch ein Zusammenhang mit einer höheren Wahrscheinlichkeit, von kardiovaskulären Erkrankungen, Morbidität und Mortalität betroffen zu sein9
  • Verletzungen: Dies ist eine der ernsteren Gefahren des durch Schnarchen oder Schlafapnoe hervorgerufenen Schlafmangels. Die Müdigkeit am Tag kann so ausgeprägt sein, dass auch Personen im eigenen Umfeld Risiken ausgesetzt sind. Wenn Schnarchen oder Schlafapnoe zu Erschöpfung führen, besteht das Risiko, beispielsweise beim Autofahren einzuschlafen
  • Einschränkungen der psychischen Gesundheit: eine Schlafapnoe kann das geistige Wohlbefinden beeinträchtigen und von Launenhaftigkeit zu ernsten Depressionen führen10. Es hat sich gezeigt, dass zwischen 32 % und 53 % der schnarchenden Patienten depressive Symptome aufwiesen oder in entsprechender Behandlung waren11

Was kann ich gegen Schnarchen tun?

  • Gewöhnen Sie sich einen gesunden und sportlichen Lebensstil an, um einen gesunden Muskeltonus zu entwickeln und Gewicht zu verlieren.
  • Meiden Sie vor dem Schlafengehen unbedingt Beruhigungsmittel, traditionelle Schlaftabletten (Benzodiazepine und sogenannte Z-Drogen) sowie Antihistaminika – sie entspannen die Halsmuskulatur und beeinträchtigen die Atmung.
  • Befreien Sie Ihre Nasenwege. Bei einer verstopften Nase sollten die Nebenhöhlen vor dem Schlafengehen mit Kochsalzlösung gespült werden. Bei Allergien sollten Hausstaubmilben und Hautpartikel von Haustieren in Ihrem Schlafzimmer so weit wie möglich reduziert bzw. die Einnahme eines Allergiemedikaments in Betracht gezogen werden.
  • Geben Sie das Rauchen auf. Rauchen reizt die Schleimhäute der Nase und des Halses, was schließlich die Atemwege blockieren und Schnarchen verursachen kann.
  • Verzichten Sie mindestens vier Stunden vor dem Schlafengehen auf Alkohol und mindestens drei Stunden vor dem nächtlichen Schlaf auf üppige Mahlzeiten oder Snacks.
  • Halten Sie sich langfristig an feste Schlafmuster.
  • Schlafen Sie statt auf dem Rücken lieber auf der Seite.
  • Heben Sie das Kopfteil Ihres Betts um rund zehn cm an.

Machen Sie unseren Selbstdiagnosetest

  • Neuigkeiten & Meinungen

    • Dr. Zach Pearl

      Circadin.com-Mitarbeiter

    • Mai, 2018
    • Wie Schlafmangel die Fruchtbarkeit beeinflussen kann

    • Lesen Sie mehr
Circadin