Schlaf und Älterwerden

Circadin.com 6. März 2016
Wie viel wir schlafen und wie viel Schlaf wir benötigen, ändert sich mit zunehmendem Alter6.

Baby- bis Teenageralter

Als Babys benötigen wir täglich 19 Stunden Schlaf, gewöhnlich in Portionen von drei oder vier Stunden. Sobald wir in die Schule gehen, benötigen  wir täglich zwischen 10 und  12 Stunden Schlaf. Die Befragung von Teenagern über ihre Schlafgewohnheiten zeigt jedoch deren Tendenz, das Schlafpensum zu verringern, später zu Bett zu gehen und tagsüber verstärkt unter Müdigkeit zu leiden. Teenager brauchen vermutlich in dieser Phase des Lebens mehr Schlaf,  viele Faktoren können jedoch ihr Schlafmuster beeinflussen: die Pubertät kann Schläfrigkeit während des Tages auslösen, selbst wenn es abends keine Einschlafprobleme gibt. Veränderungen im  zirkadianen  Rhythmus können  die Schlafmuster ebenfalls beeinflussen. Darüber hinaus spielen verschiedene Umfeld bedingte oder soziale Faktoren eine Rolle: Teenager lassen sich von ihren Eltern keine Zeiten für das Zubettgehen mehr vorschreiben, oder sie arbeiten Teilzeit, was ihren natürlichen Schlafrhythmus stört.

Erwachsene

Mit ca. 20 Jahren schlafen wir in der Nacht zwischen sieben und acht Stunden,  es bestehen jedoch  beträchtliche Unterschiede darin,  was für den Einzelnen genug Schlaf bedeutet. Ein gesunder junger Erwachsener verbringt die halbe Nacht im NREM-Schlaf, während dem keine Augenbewegungen stattfinden, und ein Viertel in der REM-Schlafphase (gekennzeichnet durch schnelle Augenbewegungen).

Mittleres Alter bis zum Ruhestand

Mit zunehmendem Alter beginnt sich unser Schlafmuster zu verändern und wir sind am Abend schneller müde als in früheren Jahren und wachen am Morgen früher auf. Unser Schlaf wird in der Nacht auch eher unterbrochen und wir haben tagsüber das Bedürfnis nach einem Nickerchen, was wiederum die Schlafqualität in der Nacht beeinträchtigt.

Was beeinflusst unser Schlafmuster mit zunehmendem Alter?

Melatonin ist ein wichtiges Hormon, das unsere biologische Uhr, die den zirkadianen Schlaf-Wach-Rhythmus steuert, reguliert. Die Melatoninproduktion ändert sich während des Tages und wird durch Licht beeinflusst; durch steigende Melatoninspiegel bei Einbruch der Nacht signalisiert die zirkadiane Uhr unserem Gehirn und dem Körper, dass es dunkel und Zeit zum Schlafen ist1 2. Während der Nacht sendet Melatonin dem Körper laufend die Botschaft, dass Nacht ist, um eine reibungslose Steuerung der homöostatischen Systeme wie Schlaf- und Blutdruckrhythmen sicherzustellen.

Mit zunehmendem Alter nimmt die Fähigkeit des Körpers, Melatonin zu produzieren, ab, und die Anfälligkeit für Schlafprobleme oder Insomnie sowie die Schwierigkeit, den Blutdruck während der Nacht niedrig zu halten, weil das Gehirn im „Wach“-Zustand ist, steigt3.

Abb. 1

Schlafprobleme bei älteren Menschen

Mit zunehmendem Alter nehmen Schlafprobleme leider zu4 5.
Schlafstörungen können die Lebensqualität stark beeinträchtigen, sind sie doch dafür verantwortlich, wie wir uns am nächsten Tag fühlen, und ob unser Körper optimal funktioniert. Ist Ihr Schlaf schwer gestört, sind Sie vielleicht nicht so wach wie üblich und Ihre Reaktionszeiten könnten verlangsamt  sein. Sie sind vielleicht nicht so ausgeglichen wie Sie sein sollten, und zudem können Schlafstörungen sogar Ihre kognitive Funktion (mentale Verarbeitungskapazität) beeinflussen, sodass Sie geringere Gedächtnisleistungen erbringen als andere Menschen Ihres Alters, die nachts gut schlafen.

Bei älteren Menschen können diese Probleme den normalen Abbau der kognitiven Fähigkeiten, der mit dem Älterwerden einhergeht, verstärken. Auch das Familienleben und zwischenmenschliche Beziehungen können leiden, da müde Menschen oft mürrisch sind. Insomnie kann auch zu Angstzuständen und Depressionen führen.

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    • Dr. Zach Pearl

      Circadin.com-Mitarbeiter

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