Schlafstörungen

Circadin.com 7. März 2016

Was ist Insomnie (Schlaflosigkeit)?

Wir wissen, wie wichtig Schlaf ist und dass eine mangelhafte Schlafqualität und zu wenig Schlaf unser Leben negativ beeinflusst –  aber was tun, wenn wir nicht schlafen können? Und was tun, wenn man sich nach einer Nacht voller Schlaf noch immer müde fühlt?

Insomnie ist eine Schlafstörung, die von Zeit zu Zeit fast jeden von uns trifft; es ist das Gefühl, nicht genügend geschlafen zu haben, da das Einschlafen schwer fiel, Sie während der Nacht oft aufgewacht sind oder schon früh morgens erwacht sind. Beim Aufwachen fühlen Sie sich müde, lustlos und nicht erholt –darüber hinaus werden Sie tagsüber wahrscheinlich nicht so leistungsfähig sein.

Sie leiden unter primärer Insomnie, wenn folgende Symptome auftreten15 16 17:

  • Das Hauptproblem besteht darin, mindestens einmal oder öfter im Monat nicht einschlafen oder durchschlafen zu können oder am nächsten Tag nicht ausgeschlafen zu sein.

  • Ihre Schlafstörung (oder die Müdigkeit tagsüber, die daraus resultiert) beunruhigt Sie, behindert Ihre alltäglichen Aktivitäten oder beeinträchtigt Ihre sozialen Beziehungen;

  • Ihre Schlafstörung hat nichts mit anderen Schlafproblemen wie Narkolepsie, Schlafapnoe, zirkadianen Schlafrhythmusstörungen (wie beim Jetlag, Blindheit) oder Parasomnie zu tun;

  • Ihre Schlafstörung steht nicht mit psychischen Problemen wie Depressionen oder Angstzuständen in Verbindung;

  • Ihre Schlafstörungen sind keine Nebenwirkungen von Medikamenten, Alkohol- oder Drogenmissbrauch und werden nicht von Beschwerden wie Schmerzen verursacht.

Machen Sie unseren Selbstdiagnosetest um herauszufinden, ob Sie an Schlafstörungen leiden.

Mit zunehmendem Alter sinkt unser Schlafbedürfnis, da sich unser Schlafmuster ändert. Ältere und alte Menschen stellen fest, dass sie am Abend früher schlafen und am nächsten Morgen viel früher aufwachen als in ihren 20ern oder 30ern. Tatsächlich treten Schlafstörungen bei Menschen im Alter von 65 und darüber am häufigsten auf.

Es gibt zwei Arten von Insomnie14:

  • Als primäre Insomnie werden Schlafprobleme bezeichnet, die keine bekannten körperlichen (Schmerzen), emotionalen (Depression, Angst), chemischen (Medikamente) oder umweltbedingten (Lärm in der Nacht) Ursachen haben.

  • Eine sekundäre Insomnie liegt vor, wenn Ihre Schlafprobleme durch einen der oben angeführten Faktoren verursacht werden.

Viele Studien sprechen heute von „Insomnie“ an sich, oder von „komorbider Insomnie“ und nicht von „primärer“ oder „sekundärer“ Insomnie und unterstreichen damit die Bedeutung dieses Zustandes als Erkrankung.
Insomnie kann vorübergehend auftreten und weniger als zwei Wochen andauern, kurzfristig auftreten und weniger als drei Wochen andauern, oder chronisch sein und mehr als drei Wochen andauern.

Vorübergehende (transitorische) oder kurzfristige Insomnie wird oft durch die Lebensumstände verursacht, etwa durch Angst oder Stress, und sobald der Stress nachlässt oder sich die Situation geklärt hat, verschwindet die Insomnie auch wieder. Beispiele dafür könnten die Vorbereitung auf eine Prüfung sein, das Warten auf die Prüfungsergebnisse oder der Beginn der Einnahme eines neuen Medikamentes. Bei manchen Menschen löst kurzfristige Insomnie Ängste, nicht einschlafen zu können, aus, und dies wiederum kann zum Entstehen chronischer Insomnie beitragen. Chronische Insomnie kann eine primäre Störung sein oder mit einer anderen Erkrankung einhergehen.
Schätzungen zufolge sind von der primären Insomnie, die nicht durch eine feststellbare Erkrankung verursacht wird, bis zu 10 % der Bevölkerung betroffen, bei älteren Menschen steigt der Anteil auf 25 %1.

Zusammenhang zwischen Schlafqualität und Insomnie3 4 18 19

Traditionellerweise ging man bei der Diagnose von Schlafstörungen  von der Schlafquantität aus:

  • Schlaflatenz (Zeit, die zum Einschlafen benötigt wird)

  • Schlafdauer (Zeit, die mit Schlafen verbracht wird)

Die Quantität des Schlafes sollte zwar nicht vernachlässigt werden, Studien zeigen jedoch, dass eine geringe Schlafqualität einen weit größeren negativen Einfluss auf Gesundheit, Wohlergehen und Lebenszufriedenheit hat als die Schlafquantität. Das individuelle Schlafbedürfnis ist unterschiedlich; morgendliche Wachheit, bessere Tagesfunktionalität und eine bessere Lebensqualität stehen jedoch mit der Qualität des Schlafes in Verbindung.

Wie beeinflusst Insomnie die Gesundheit?

Insomnie ist nicht nur ein nächtliches Problem, sondern wirkt sich am nächsten Morgen in Müdigkeit aus. Zahlreiche Studien belegen, dass Insomnie, die nicht behandelt wird, langfristig schwere Folgen für die allgemeine Gesundheit, das Wohlergehen und die Lebensqualität hat5 6 7 8 9. Diese Patienten haben ein höheres Risiko, Bluthochdruck, kardiovaskuläre Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall, Demenz und Fettsucht zu entwickeln.

Insomnie, die die normale Funktionsfähigkeit beeinträchtigt, kann das Alltagsleben negativ beeinflussen; so können mangelnde Wachheit und Leistungsfähigkeit das Risiko für Verkehrs- und Arbeitsunfälle erhöhen7. Nahezu 50 % der LKW-Fahrer geben an, dass sie am Steuer gelegentlich einschlafen10 11.

Wird Insomnie nicht behandelt, kann sie die Arbeitsleistung beeinträchtigen. Die Persönlichkeit kann sich verändern und die Arbeitsqualität kann sinken, was fälschlicherweise als Faulheit oder mangelnde Motivation gewertet werden kann. Erhöhte Fehlzeiten senken die Produktivität und sind für den Arbeitgeber unwirtschaftlich. Letztendlich kann dies, wenn die Schlafstörung nicht behandelt wird, zu geringeren Jobaussichten und dem Verlust des Arbeitsplatzes führen12.

Darüber hinaus können Schlafstörungen direkt oder indirekt das Familienleben und die zwischenmenschlichen Beziehungen stören, da die Stimmungslage der Betroffenen und die Art, in der sie ihre täglichen Aktivitäten verrichten und sozial interagieren, beeinträchtigt sind12. Insomnie kann zu Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen führen, was zu Partnerschaftsproblemen führt. Familienmitglieder und Freunde erkennen Störungen in Verbindung mit Schlafproblemen oft nicht als Krankheit an und schreiben Müdigkeit eher der Langeweile, Faulheit oder psychischen Problemen zu13. Dadurch fühlen sich die Patienten oft missverstanden und von denen, die ihnen am nächsten stehen, allein alleingelassen. Studien haben gezeigt, dass Menschen, die unter Schlafstörungen leiden, eher an Bluthochdruck, Angstzuständen und Depressionen leiden als Menschen ohne Insomnie2 3.

Klinische Studien belegen, dass eine mangelhafte Schlafqualität die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Zufriedenheit negativ beeinflussen1.

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    • Dr. Zach Pearl

      Circadin.com-Mitarbeiter

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